Ich bin nicht reich und bin es doch

Ich bin nicht reich und bin es doch

Ich bin nicht reich. Ich besitze weder Handtaschen, die ein halbes Vermögen kosten, noch kann ich mir mal eben so einen zweiwöchigen Urlaub in einem 5-Sterne-Hotel leisten. Ich habe noch nie Caviar gegessen, bin noch nie mit einer privaten Yacht über das Meer geglitten und von einem Collier aus Diamanten kann ich auch nur träumen.

Ich bin nicht reich. Wenn ich reisen möchte, muss ich sparen. Wenn ich weiterhin zur Uni gehen und eine gute Ausbildung genießen möchte, dann auch. Ich kann nicht einfach in jeden Laden spazieren und kaufen, was mir gefällt, egal, wie hoch der Preis ist. Ich gehe nicht jede Woche schön essen und komme mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, statt mit einem erstklassigen Wagen vorzufahren.

Ich bin nicht reich. Oft habe ich mich gefragt, wie viel einfacher mein Leben wäre, wenn ich mich nie um das Finanzielle sorgen müsste. Wäre es ein glücklicheres Leben?

Ich bin nicht reich. Aber irgendwie bin ich es doch. 

Ich bin Teil einer Generation, die im Frieden aufgewachsen ist. Ich darf meine Meinung frei äußern, habe Zugang zu fließendem, warmen Wasser. Wenn ich meine Lieblingslieder anhören will, trennen mich nur einige Klicks. Ich habe mein eigenes Zimmer, eine wunderbare, intakte Familie und eine Handvoll Freunde, auf die ich immer zählen kann.

Ich bin reich. So reich, dass ich mir meine Zeit zum größten Teil selbst einteilen kann. So reich, dass ich immer jemanden anrufen kann, wenn es mir nicht gut geht und so reich, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann. Reichtum bedeutet für mich, zu leben und mit sich im Reinen zu sein. Ich schöpfe ihn aus der Verbindung mit mir selbst, zu meiner Umgebung und zu allem, was um mich herum passiert.

Ich bin reich. Reich an Lebenserfahrungen, Träumen, durchlebten Momenten, Chancen, geknüpften Bekanntschaften, Erinnerungen und Freude. Warum sollte ich mir also überhaupt eine überteuerte Handtasche kaufen?

Ausmisten ist Kopfsache

Ausmisten ist Kopfsache

Wo beginnt Minimalismus? Beschränkt er sich rein auf den Konsum oder den Besitz? Ich mache mir in letzter Zeit viele Gedanken darüber, wie ich im Moment so lebe. Worauf setze ich meinen Fokus? Ist das richtig so? Macht mich das glücklich?

Wenn ich so darüber nachdenke, dann fällt mir Eines ganz besonders auf: ich mache mir oft ZU viele Gedanken. Das ist nichts Neues, ich war schon immer so. Egal, um was es geht, ich zerbreche mir fast immer so sehr den Kopf, dass ich gar nicht zur Ruhe komme. Oft entstehen dabei in meinem Kopf alle möglichen (überwiegend negativen) Szenarien und ich setze mich selbst so unter Druck, dass ich von Sorgen überflutet werde, nur, um letztendlich zu merken, dass alles doch gar nicht so schlimm war, wie ich dachte: ich setze meinen Fokus falsch. Statt Situationen einfach auf mich zukommen zu lassen oder erst einmal ruhig zu bleiben, male ich sofort den Teufel an die Wand und stelle mir vor, was alles schief laufen könnte. Meine Freunde kennen diese Seite an mir und ich höre wirklich oft den Satz: „Ich verstehe gar nicht, wozu du dir Sorgen machst. Das ist doch alles nicht so schlimm“ oder „Schau doch einfach erstmal“.

„So bin ich eben.“

denke ich mir dann immer. Aber eigentlich haben sie ja Recht. Warum mir Sorgen machen, wenn ich auch einfach abwarten könnte? Wenn ich an Minimalismus denke, dann kommen mir erstmal ausgemistete Kleiderschränke, offene Räume und glückliche Menschen in den Sinn. Aber warum sind Minimalisten denn glücklicher? Nur, weil sie weniger besitzen? Ich denke, Minimalismus bezieht sich auch auf den Kopf – vor allem auf den Kopf. Es hat ganz stark damit zu tun, mit welcher Einstellung man durch das Leben geht, welche Gedanken man hat und auf welche Dinge man sich konzentriert. Statt meinen Fokus auf das Negative zu setzen, möchte ich einen Mehrwert aus allem ziehen und daran wachsen.

Letztens habe ich auf Pinterest einen Post gesehen, der diese Situation sehr gut beschrieben hat. Darauf stand:

„Positiv zu denken bedeutet nicht, dass du jeden Tag gut drauf sein musst. Es bedeutet nur, dass du dir an schlechten Tagen bewusst machst, dass auch wieder gute Tage kommen.“

Positiv denken, das ist, die falschen Gedanken auszumisten. Die kleinen Monster, die uns ein schlechtes Gewissen bereiten oder uns runterziehen einfach rauszuwerfen. Ich möchte es schaffen, mit meinen Gedanken „minimalistischer“ zu werden und mich darauf zu konzentrieren, solche zuzulassen, die mich glücklich machen und mir helfen, als Person zu wachsen.

 

 

Schöne, perfekte Welt

Schöne, perfekte Welt

Statt Kaffee… Likes?

Der Wecker klingelt. Der erste Griff des Tages geht zum Smartphone – die sozialen Netzwerke müssen schließlich „gecheckt“ werden.

Was wurde in der Nacht verpasst? Wie viele Likes, Kommentare und Follower sind dazugekommen? Welche schönen Bildchen eignen sich an diesem Morgen zum Reposten?

So – oder ähnlich – sieht der Start Weiterlesen „Schöne, perfekte Welt“