Verloren und wiedergefunden

Es ist eine dieser Nächte. Eigentlich falle ich vor Müdigkeit fast um und doch liege ich stundenlang wach. Die Dunkelheit umhüllt mich, während ich mich schleppend von einer Seite auf die Andere wälze. Ich vermisse dich. Mal wieder. 

Ich habe mich schon weiß Gott wie oft gefragt, was ich falsch gemacht habe. Ob ich überhaupt etwas falsch gemacht habe.

Eigentlich war ich doch nur so, wie ich bin.

War das nicht genug? Hätte ich etwas an mir verändern müssen, damit du mich so annimmst, wie ich bin? Warum bist du weg, wenn ich dich so dringend brauche? Warum tut es nur so weh?

Ich habe dir meine Hand gegeben, als du nur den kleinen Finger wolltest. Ich habe dich in die Tiefen meiner Seele blicken lassen, während du dich nur einen kleinen Spalt breit geöffnet hast. Auf einem Silbertablett habe ich dir meine Zuneigung serviert, aber du hattest keinen Appetit darauf.

Zerbrochen bin ich daran, in tausend kleine Scherben. Wie ein Spiegel, den ein Steinschlag trifft. Trauer, Wut, Verständnislosigkeit. Eine schrecklich verwirrende Mischung. Ich wollte nur noch zurück, zurück zu den Tagen, als sich alles noch so frisch angefühlt hat und so echt. Ich hätte von Anfang an wissen müssen, dass es zu schön war, um wahr zu sein.

Und irgendwann, zwischen all den Tränen, habe ich mich selbst verloren. Es hat mich eingenommen. DU hast mich eingenommen. Auch wenn du weg warst, warst du doch immer da. Immer präsent. Ich wollte loslassen, doch du warst wie durch eine eiserne Kette mit mir verbunden. Wie ein Geist hast du dich in meinen Gedanken eingenistet und mir die Fähigkeit genommen, mich selbst wieder aufzurappeln, während du in aller Ruhe dein Leben weiter gelebt hast. Findest du das fair?

Stopp.

Irgendwann, zwischen all Tränen und all den Fragen, kam endlich die Grenze. Bis hier und nicht weiter. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Lass mich wieder glücklich sein. Keine Wut mehr, die Tränen sind getrocknet, der Kopf wieder klar. Ich bin zurück und so viel stärker, als vorher. Danke, sage ich dir. Danke, dass du mich so zu Boden gezwungen hast.

Danke, dass du mich meiner Realität entrissen;  mich mir selbst entrissen hast. Die Erfahrung musste ich machen. Ich bin zurück und so viel stärker, als vorher. Danke, sage ich dir. Danke, dass ich mich wiederfinden durfte. 

 

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