Warum Du immer ein offenes Ohr für Dich selbst haben solltest

Warum Du immer ein offenes Ohr für Dich selbst haben solltest

Nachrichten, Mails, Telefonate. Jeden Tag sind wir fast ständig Einflüssen von außen ausgeliefert. Wir achten die Umgebung, die Menschen um uns. Wir gehen unseren Verpflichtungen nach und vergessen dabei viel zu oft eine ganz wichtige Sache: uns selbst.

Wie oft am Tag gehst du wirklich einmal in dich? Nimmst du dir in deinem Alltag überhaupt eine Minute Zeit, um zu checken, wie es dir geht oder was gerade in dir vorgeht? Um mir die Frage selbst zu beantworten – ich mache das nicht wirklich. Wenn, dann viel zu selten. Es fällt mir vor allem in letzter Zeit unglaublich schwer, zur Ruhe zu kommen. Ich fühle mich ausgelaugt, gehetzt, unvollständig. Ich schlafe genug, bin aber trotzdem immer müde. Ich verspüre den Drang, kreativ zu sein, aber jedes Mal, wenn ich ein Projekt anfangen will, ist da diese Leere. Wie ein dunkler, schwerer Vorhang schiebt sich eine Blockade in meinen Kopf und ich kann ihn nicht aufhalten. Immer, wenn das passiert, kriecht dieses unangenehme Gefühl in mir hoch. Ich fühle mich wie ein Künstler, der nichts zu Papier bringen kann. Es ist eine Mischung aus Trauer, Wut und Ratlosigkeit. Es gibt so viele Dinge, über die ich mich im Moment freuen kann und dennoch fehlt irgendetwas.

Es fällt mir schwer, mich in solchen Phasen aufzurappeln. Wenn ich abgelenkt bin – in der Uni, bei Treffen mit Freunden oder meiner Familie – dann ist alles gut. Am Schlimmsten ist es, wenn ich alleine bin und dennoch verspüre ich oft einen extremen Drang, alleine zu sein. Paradox. Ich möchte lernen, solche Situationen zu akzeptieren. Einfach in mich zu gehen und festzustellen:

Okay, irgendwas stimmt da nicht. Aber dann ist das jetzt erstmal eben so. Ich muss mir überlegen, was ich ändern kann – ganz ohne Druck. Einfach akzeptieren. 

In sich gehen. Ich finde, das ist unentbehrlich. Sich selbst kennen, auf sich selbst achten und immer ein offenes Ohr für sich haben. Das möchte ich fest in meinen Alltag einbinden.

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Für mich ist es ziemlich interessant, an die vergangene Prüfungsphase im Frühjahr 2018 zu denken. Ich war im ersten Semester und alles war neu für mich – ich wusste nicht, auf was ich mich einstellen soll und, um ehrlich zu sein, habe ich natürlich viel zu spät mit dem Lernen begonnen. Zudem kamen noch Projektarbeiten und ständige Bauchschmerzen. Dass ich mich in dieser Zeit deutlich mehr gefühlt habe, als wäre ich ausgeglichen und “angekommen”, als es jetzt der Fall ist, erstaunt mich irgendwie. Trotz weniger äußerlichen Stress, verspüre ich eine erdrückende innere Unruhe und Unzufriedenheit. Was habe ich noch vor einigen Monaten anders gemacht, als jetzt?

Habe ich noch mehr auf mein inneres Ich gehört? Bin ich anders darauf eingegangen? Wie finde ich wieder Zugang zu mir selbst?

In sich gehen. Ich finde, das ist unentbehrlich. Sich selbst kennen, auf sich selbst achten und immer ein offenes Ohr für sich haben. Das möchte ich fest in meinen Alltag einbinden. Und vielleicht hilft es ja schon, dass ich all diese Gedanken zugelassen habe und akzeptiere, dass es ist, wie es ist. Irgendwann werde ich morgens aufwachen und alles wird wieder anders aussehen. Bis dahin achte ich auf mein offenes Ohr.

 

 

1 Kommentar

  1. 27. April 2018 / 7:36 pm

    “Trotz weniger äußerlichen Stress, verspüre ich eine erdrückende innere Unruhe und Unzufriedenheit. Was habe ich noch vor einigen Monaten anders gemacht, als jetzt?”

    Du WARST gestresst, liebe Anna, nur hatte der Stress gar keine Zeit und Gelegenheit sich IN Dir breit zu machen. Das macht er jetzt. – Es ist ganz typisch, dass das gerade in ruhigeren Phasen geschieht und man dann besonders spürt, dass etwas nicht stimmt. Aber es stimmt primär nicht JETZT nicht, sondern es stimmte vor allem VORHER nicht.

    Ich bin wahrhaft gar kein leuchtendes Beispiel, was das “in sich hinenhören” betrifft, jedenfalls war ich das viele, viele Jahre nicht. Dafür habe ich schließlich eine böse Quittung bekommen.

    Es ist deshalb ungeheuer wichtig und eine absolut gute und richtige Erkenntns für Dich, ab SOFORT mehr auf Dein Inneres zu achten, Dir bewusst mehr Zeit für Dich, das, was in Dir vorgeht zu nehmen. Und zwar möglichst kontinuierlich.

    Nicht zuletzt durch Deine Erkrankung und die damit einher gehenden Schmerzen bist Du in Zeiten, in denen Du viel leisten musst, lernen, Pürfungen bestehen usw. eigentlich beständig in einem “Kampfmodus”. Du versuchst es nach Kräften so gut als möglich hinzubekommen, so, als wenn eigentlich nichts wäre. – Es ist aber was. Um so wichtiger ist es aufzupassen.

    Ich hoffe, Du fasst mein Geschreibsel hier nicht als “Gardinenpredigt” auf. Mir liegt nur besonders viel daran, Dich gerade in diesem Erkenntnisgewinn, den Du hier angedeutet hast, sehr zu bestärken. Weil ich halt insoweit so sehr lange so ziemlich alles falsch gemacht habe und ich ähnliche Erfahrungen niemandem wünsche. Heute nicht, aber auch nicht in späteren Lebensphasen.

    Alles Liebe für Dich – Dein Eintrag hier zeugte mal wieder von (D)einer bemerkenswerten Fähigkeit der kritischen Selbstreflexion!

    Ausschließlich schöne und liebe Grüße an Dich . Hab’ ein geruhsames, entspannendes Wochenende, bitte! 🙂

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