Zöliakie – Meine 5 Tipps gegen plötzliche Bauschmerzen

Zöliakie – Meine 5 Tipps gegen plötzliche Bauschmerzen

Ein problematischer Nebeneffekt bei Zöliakie können – teilweise sehr starke – plötzlich auftretende Bauchschmerzen (vor allem Blähungen!) sein. Davon kann ich wirklich nur ein Lied singen. Da ich jetzt schon eine ganze Weile mit der Zöliakie lebe,

habe ich mir mit der Zeit einige Methoden angeeignet, die bei der Linderung der Symptome helfen können. Hier sind nun also meine 5 Tipps, die plötzliche Bauchschmerzen umgehend lindern können.

 

Tipp Nummer 1 – Positiv denken!

Dieser erste Tipp mag wahrscheinlich ziemlich banal klingen. Meiner Meinung nach spielt die innere Einstellung gegenüber Schmerzen aber eine extrem große Rolle. Ich war schon wirklich oft in der Situation, dass es mir den ganzen Tag über gut ging, ich sogar schon Pläne mit Freunden ausgemacht habe und diese dann Dank eines unerwarteten Anfalls an Bauchschmerzen nicht mehr wahrnehmen konnte. Das Schlimmste, das Betroffene in solchen Situationen machen können, ist, sich zu denken “Oh Gott, warum passiert mir das immer…” und in Selbstmitleid oder Verzweiflung zu versinken. Viel wichtiger ist es, erst einmal durchzuatmen und sich selbst zu beruhigen – denn der Schmerz ist jetzt da und das kann fürs Erste nicht geändert werden.

 

Tipp Nummer 2 – die Temperatur macht’s!

Wenn sich bei Zöliakie der Bauch oft extrem aufbläht, dann kann das schon sehr unangenehm werden. Wärme kann bei diesen Beschwerden sehr hilfreich sein – doch das sollte Jeder nach seinen eigenen Erfahrungen entscheiden. Ich persönlich greife meist sofort zur Wärmflasche oder zu einem Kirschkern Kissen, wenn ich merke, dass es anfängt, im Bauch zu ziehen. Auch ein warmes Bad kann regelrecht Wunder bewirken, da sich dabei der gesamte Körper entspannt – so auch der Bauch. Aber Achtung! Zu viel des Guten kann sogar schädlich sein – häufig bilden sich bei der Benutzung von zu heißen Wärmflaschen oder Ähnlichem unschöne Flecken (Hitzeschäden) auf der Haut, die im schlimmsten Fall sogar permanent sein können. Mit Wärme sollte deshalb immer moderat und vorsichtig umgegangen werden.

 

Tipp Nummer 3 – Beine hoch!

Dieser Tipp dient gleichzeitig der allgemeinen Entspannung und der Linderung der Schmerzen. Oft kommen die Schmerzen bei der Zöliakie von Blähungen, die sich ins Extreme aufbauen können. Die folgende Übung kann schnell zur Erleichterung führen:

Setze Dich mit ausgestreckten Beinen parallel zu einer Wand – die rechte oder linke Schulter (je nach Präferenz) sollte diese dabei fast berühren. Lehne Dich anschließend nach hinten und drehe Deinen Körper gleichzeitig, sodass die Beine nach oben zeigen und gegen die Wand gelehnt sind (es soll quasi so aussehen, als würdest Du auf der Wand sitzen). Dein Gesäß zeigt in dieser Endposition also ebenfalls zur Wand. Dein Oberkörper sollte flach auf dem Boden (oder auf dem Bett, oder generell auf der Oberfläche, auf der Du diese Übung durchführst) aufliegen.

Durch diese Position kann das Blut aus den Beinen in den Bauch fließen, was wirklich entspannen kann. Atme ruhig ein und aus und lege Deine Handflächen auf Deinen Bauch (das wärmt! 😉 ). Verbleibe hier mindestens 5 Minuten – gerne länger, je nachdem, wie es sich für Deinen Körper richtig anfühlt.

 

Tipp Nummer 4 – eine anregende Massage

Bei Schmerzen (vor allem Blähungen) ist es wichtig, den Bauch anzuregen, damit die Luft besser entweichen kann, was dann natürlich zu einer Besserung führt. Macht sich also das für Blähungen typische Völlegefühl wieder einmal bemerkbar, solltest Du es unbedingt mit einer Massage versuchen. Lege Dich dazu bequem hin, decke Dich gegebenenfalls zu und entspanne den Bauch. Fange dann an, mit Deiner rechten Hand im Uhrzeigersinn über Deinen Bauch zu streicheln. Nutze die ganze Handfläche und achte darauf, die Bewegung langsam zu halten und keinen zusätzlichen Druck durch die Hand aufzubauen. Kreise so für circa 15 Minuten und Du wirst merken, wie die Luft anfängt zu zirkulieren und zu entweichen.

 

Tipp Nummer 5 – Kräuter, Kräuter, Kräuter!

Der folgende Tipp sollte Teetrinker besonders freuen – Kräutertee hilft mir bei Bauchschmerzen immer. Er wärmt nicht nur von innen – die Wirkstoffe der im Tee enthaltenen Kräuter wirken schonend und führen zu einer raschen Linderung. Besonders geeignet (nach meinen Erfahrungen) sind Kamillentee oder Fenchel-Anis-Kümmel Tee (gegen Blähungen). Wer Kräutertee nicht allzu gerne mag, kann den Geschmack durch Zitronensaft und Honig nach Belieben anpassen.

 

Leidest Du auch unter Zöliakie und hast Tipps für mich? Lass es mich doch gerne in den Kommentaren wissen 🙂 . Gute Besserung!

 


Disclaimer

Die Tipps, die ich in diesem Beitrag nenne, berufen sich auf meine eigenen Erfahrungen. Jeder Körper ist verschieden und kann unterschiedlich auf Schmerzen und Methoden der Linderung reagieren. Ich kann daher nicht garantieren, dass es tatsächlich zu einer Besserung kommt. Eine Selbstbehandlung ersetzt in gar keinem Fall einen Arztbesuch – dieser sollte bei starken Schmerzen aufgesucht werden.

4 Kommentare

  1. 16. März 2018 / 11:42 pm

    Tipps habe ich leider keine, liebe Anna, aber einen gehörigen Respekt vor dieser Krankheit.

    Als ich noch als Migrations- und Flüchtlingsberater gearbeitet habe, hatte ich über längere Zeit eine Familie zu betreuen, die während des Bürgerkriegs in Bosnien viel Schlimmes erlebt hatte. Die Frau und Mutter dieser Familie hatte Zöliakie. Das war sehr schlimm. Sie htte regelrecht kritische Phasen und war mit durch die Erkrankung bedingt ziemlich untergewichtig. Irgednwann wurde die Familie abgeschoben – ich war sehr wütend und traurig darüber -ich habe dann später (wenn auch “aus zweiter Hand”) gehört, dass die Frau nach der “Rückkehr” nicht mehr lange gelebt hat, sie konnte in Bosnien für sie notwendige Medikamnete nicht bekommen bzw. bezahlen …

    Ahnung von dieser Krankheit habe ich, bis auf manches, was ich während der besagten Betreuung über die Symptome erfuhr, keine. – Aber mich interessiert seither, ob diese Krankheit irgendwann oder irgendwie heilbar ist. Oder muss man damit ein Leben lang klarkommen?

    Ich wünsche mir für Dich, das ersteres der Fall ist.

    Viele liebe Grüße und hab’ ein schönes und vor allem schmerzfreies Wochenende!

    • Anna
      Autor
      17. März 2018 / 1:21 am

      Das ist sehr bewegend. Bisher gibt es keine Medikamente gegen Zöliakie. Aber bei der Einhaltung der richtigen Diät werden die Symptome stark gelindert und es kommt manchmal vor, dass Betroffene nach einem Jahr oder länger wieder normal essen können. Bei mir ist das bis jetzt noch nicht so.

      • 17. März 2018 / 9:56 am

        Ich wünsche Dir sehr, dass es Dir irgendwann, möglichst natürlich bald, besser geht, liebe Anna. – Im Übrigen finde ich es sehr schön, dass Du Deine guten Erfahrungen, die Symptome der Erkrankung zu lindern, hier teilst. Wäre schön, wenn das mehr Menschen, die mit dieser Krankheit leben müssen, lesen würden.

        Sind eigentlich die glutenfreien und sönstigen Diätprodukte für Zöliakie immer noch so unverschämt teuer im Vergleich zu den “üblichen” Lebensmitteln?

        Damals, als ich die Frau mit betreute, war das ganz schrecklich, und da die Familie auf Sozialleistungen angewiesen war und die Zuschüsse wegen der Erkrankung viel zu niedrig bemessen waren, waren das schier unüberwindliche Unterschiede. Schon “Normalo-Verdiener” eigentlich nicht zu stemmen.

        Nochmal schölne Grüße an Dich!

        • Anna
          Autor
          17. März 2018 / 1:38 pm

          Ja, ich muss sagen die Produkte sind wirklich teurer. Aber was soll man machen 🙂

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