Warum ich heute glücklicher bin.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, eine sehr lange Zeit, in der ich nicht glücklich war. Unglücklich – das war ich in verschiedenen Bereichen. Unglücklich mit mir selbst, mit den Dingen, die ich besessen habe, mit einigen Menschen, die mich Tag für Tag umgeben haben. Auch, wenn ich diese Periode mittlerweile überstanden habe – es macht mich traurig zu wissen, dass es vielen Menschen genau jetzt ähnlich geht, wie mir damals.

Das mit dem Glück ist so eine Sache. Jeder strebt danach, unser Leben – das ist kein Geheimnis – ist im Grunde darauf ausgerichtet, dass wir glücklich sind. Es ist das höchste Ziel. Wir wollen Geld, Macht, Besitz, viele Freunde, einen geregelten Tagesablauf, Likes. Wofür? Um glücklich zu sein.

Das Ding mit dem Vergleichen

Vergleichen. Das ist ein Handwerk, welches ich (zumindest mein damaliges ich) bis zur Perfektion beherrschte.

„Wow, sie hat so tolle grüne Augen. Warum habe ich keine grünen Augen, sondern Braune? Oh, sie hat genau die perfekte Lücke zwischen ihren Oberschenkeln. Warum hab ich die nicht? Seine Kunst ist viel schöner als meine. Ihr Stil ist viel eleganter als meiner. Sie hat eine Tasche von Chanel. Er kann schöner Klavierspielen, als ich. Sie hat schon viel mehr Länder bereist. Ihre Figur ist viel durchtrainierter. Sie isst gesünder…“

So in etwa könnte man sich meine Gedankengänge vorstellen, während ich wie gebannt aufs Display starrte und mich durch meinen Instagram Feed arbeitete. Jeden Tag, mehrere Stunden lang. In der Schule ging es weiter, zwar nicht Online, aber dafür ganz in echt. Die Gedanken waren gleich.

Irgendwann (und dafür bin ich mir selbst wirklich sehr dankbar) bemerkte ich es. Ich bemerkte, dass es so nicht weiter gehen kann. Ich fing an, mich zu fragen, wozu diese ganze „Vergleicherei“ führen sollte, außer dazu, dass ich mich selbst kaputt machte. Und dann kam er – der berühmte „Klick“ Moment.

Aus Denkmustern ausbrechen 

Wenn man Jahre lang nach einem bestimmten Denkmuster lebt, dann ist es gar nicht so einfach, daraus auszubrechen. Genau mit diesem Thema wollte ich mich damals (sowie heute) aber beschäftigen. Ich wollte raus aus dieser Gedankenwelt, die ich mir täglich selber schaffte. Ich wollte lernen, mich zu akzeptieren und lernen, glücklich zu sein. Dass das ein ganz schön langwieriger Prozess sein würde, war mir klar. Ich musste einige Maßnahmen ergreifen – Pausen von Smartphone und Social Media, mehr Rausgehen, Menschen aus meinem Leben streichen, die dort nicht hingehören. Die Wichtigste: umdenken. Und jetzt, heute, kann ich sagen, dass ich glücklich bin. Natürlich nicht jeden Tag, aber fast jeden. Ich fühle mich wohl – von Außen und von Innen. So viel hat sich verändert, allein schon in diesem Jahr. Manchmal weiß ich gar nicht, wie ich mit dieser Veränderung umgehen soll, weil sie mich gleichzeitig so sehr erstaunt aber auch glücklich macht. Es fühlt sich an, wie ein neuer Anfang, ein Ausbruch aus allem, was mein Leben bis hierher definierte. Das kann ganz schön überfordernd sein. Aber auf eine gute Art und Weise.

Ich möchte glücklich sein – so, wie jeder andere Mensch auch. Mein Vorteil gegenüber anderen Menschen ist aber, dass ich es jetzt schon bin. Ich muss nicht erst mein ganzes Leben darauf ausrichten, irgendwann einmal glücklich zu sein – dann, wenn ich alles habe, zig Diäten hinter mich gebracht habe, alle Länder der Welt gesehen habe.

Will mir jemand sagen, dass das kein Glück ist?

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