Stärker als vorher. | 39-44/365

Ich bin wieder da. Es war ein komisches Gefühl, meine Dankbarkeitsbeiträge für die letzten sechs Tage ausfallen zu lassen. Irgendetwas hat mir gefehlt –  wahrscheinlich das Gefühl, nach einem langen Tag „in die Tasten zu hauen“, mich mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen und es hier zu veröffentlichen.

Wie die Meisten von euch schon wissen, wurde ich am 08. Februar zum dritten Mal an meinem Bauch operiert. Niemand wusste so genau, was da eigentlich los ist.

Da meine vergangenen Operationen schon eine Weile her waren, waren auch die Erinnerungen an die Abläufe im Krankenhaus nicht mehr so lebhaft. Ich habe also alles erneut durchlebt – von der Aufregung davor, über das mühsame Aufwachen und die Heilung nach der OP. Am Meisten „überrascht“ hat mich der Fakt, wie anstrengend das  Gehen, Stehen und Sitzen sein kann. In den ersten beiden Tagen nach dem Eingriff konnte ich mich ohne Hilfe nicht einmal selbst ins Bad bewegen – da darf man wirklich nicht zimperlich sein, auch, wenn andere Menschen einem bei den einfachsten Dingen helfen müssen (wie Zähne putzen oder Duschen). Es ist noch keine Woche vergangen, doch es fühlt sich für mich schon nach einer halben Ewigkeit an, die ich (jetzt zum Glück wieder zu Hause) im Bett verbringen muss. Ich lerne langsam wieder, regelmäßig aufzustehen und zu gehen. So ganz perfekt klappt das noch nicht – mir wird nach wenigen Minuten meistens schwindelig und mein Herz klopft wie wild vor Anstrengung. Aber ich übe.

Auch, wenn sich das, was ich jetzt sagen werde, wahrscheinlich paradox anhören wird: ich bin dankbar dafür, dass ich diese Operation durchgemacht habe und, dass die Ärzte tatsächlich etwas gefunden haben. Denn davor habe ich über zwei Monate lang unter extremen Bauchschmerzen gelitten – ohne zu wissen, was genau die Schmerzen auslöst. Jetzt bin ich fest davon überzeugt, dass die Zeit, in der ich nicht 100% geben kann, da mich irgendwelche Schmerzen behindern, vorbei ist. Ab jetzt kann es nur noch bergauf gehen.

ea83f2fb-31d9-4693-bd2d-2a3dc0c9b451
😉
Processed with VSCO with m5 preset
home sweet home.

Diese Erfahrung hat mich – wie so oft – stärker gemacht, als ich davor war. Ich möchte die folgenden Worte also an alle richten, die ähnliche Situationen durchmachen müssen (egal, ob es sich um mentalen oder physischen Schmerz handelt): ich weiß, dass es schwer ist, innerlich stark zu bleiben und nicht den Mut zu verlieren. Es ist immer einfacher aufzugeben, in Selbstmitleid zu versinken und sich zu fragen, womit man so etwas eigentlich verdient hat. Aber, überlege doch einmal: was bringt dir das? Solche Situationen, egal, wie schwer sie auch sind, sind dafür da, uns zu stärken. Uns zu zeigen, was für eine unglaubliche Kraft eigentlich in uns steckt. Was wir alles aushalten können. Man darf sich nur nicht entmutigen lassen – denn das Gefühl, das sich ausbreitet, nachdem man das alles geschafft hat, ist unglaublich. Stolz, Befreiung und Hoffnung. Die Zukunft kann nur besser werden und daran werden mich jetzt auch meine neuen Narben erinnern.

WOFÜR ICH HEUTE (UND GESTERN UND VORGESTERN UND…) DANKBAR BIN / WAR:

Dafür, dass sich meine Familie so rührend um mich gekümmert hat (und immer noch kümmert).

Dafür, dass sich meine Ärzte so ins Zeug gelegt haben, etwas zu finden und die Operation so „angenehm“ wie möglich zu gestalten.

Für alle Freunde, die mich besucht, angerufen oder mir geschrieben haben, um sich zu erkundigen, wie es mir geht – jetzt weiß ich, wem wirklich etwas an mir liegt.

Dafür, dass ich selbst so stark bin.

2 Kommentare zu „Stärker als vorher. | 39-44/365

  1. Liebe Anna,

    ich bin sehr froh, dass Du wieder da bist, daheim, dass Deine Operation offesichtlich gut verlaufen ist, Du in guten Händen warst, und liebe, Dir nahe Menschen bei Dir hattest.

    Ich gestehe, dass ich doch irgendiwe in Sorge war, obwohl ich wusste, dass Du angesichts eines solchen Krankenhausaufenthalts nicht ununterbrochen hier schreiben konntest.

    Ich kenne Krankenhausaufenthalte, auch sehr schwierige, während einem hing mein leben an einem sehr seidenen Faden – die Erinnerung daran lässt mich womöglich immer ein bisschen sorgenvoller sein, wenn ich davon weiß, dass jemand anderes ins Krankenhaus muss. – Obgleich auch ich damals wunderbare Ärzte und Schwestern hatte.

    Deine Zeilen klingen buchstäblich, sie klingen optimistisch. Und das Foto von Dir, das in der Mitte mit diesem ganz besonderen Lächeln, das ist einfach nur wunderschön. Ich „traue“ mich das einfach mal so zu schreiben, sei mir bitte nicht bös‘ drum, ja?

    Ich wünsche Dir weiter gute Genesung,mach langsam, sei vorsichtig mit Dir.

    Ganz herzliche und liebe Grüße an Dich!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s