Neuanfänge

Neuanfänge

Wir kennen ihn alle – den berüchtigten Neuanfang. Er schleicht sich immer wieder in unser Leben ein, sei es in Form von “Ab Montag fange ich neu an, stelle meine Ernährung um und werde gesünder.”, “Neues Jahr, neuer Anfang, neue Ziele.” oder aber auch ganz klassisch “In diesem Schuljahr fange ich an richtig zu lernen.”

Ich denke wir müssen uns alle eingestehen, dass das mit den Neuanfängen manchmal gar nicht so einfach ist. Es kostet Überwindung, alte Gewohnheiten, Situationen und oft sogar Menschen hinter sich zu lassen. Wenn man aber länger darüber nachdenkt, dann ist dieser besagte Neuanfang etwas unglaublich inspirierendes. Er bringt uns dazu, über Dinge zu reflektieren und – auch wenn es schwer fällt – solche, die belasten oder einfach nicht richtig erscheinen aus seinem Leben zu streichen.

An dieser Stelle erlaube ich mir mal, über meine persönlichen Neuanfänge zu sprechen, denn seit einigen Wochen gibt es davon ganz schön viele. Im Oktober habe ich endlich mit meinem Journalistik Studium begonnen. So groß die Vorfreude darauf auch war – eine gewisse (gar nicht mal so unbedeutende) Nervosität war auch dabei. Da muss man natürlich zum Einen an die neue Situation denken – ein neuer “Schulweg”, neues Gebäude, neue Herausforderungen. Zum Anderen (sogar noch wichtigeren) Teil ist es doch ein ganz schön einschüchternder Gedanke, plötzlich irgendwo zu sein, wo man niemanden, aber auch wirklich niemanden kennt. Neue Leute kennenzulernen, das ist nicht immer leicht. Tausende Gedanken schwirren einem im Kopf herum (und wenn man mich kennt, weiß man, dass es bei mir immer noch ein paar Tausend mehr sind, als bei anderen): “Wie werden die anderen wohl sein?”, “Was ist, wenn ich es nicht schaffe, jemanden anzusprechen?”, “Werde ich vor den anderen auch gut rüberkommen?” und so weiter. Nach zwei Wochen Studium kann ich aber mit Stolz sagen, dass ich diesen Neuanfang wirklich gut gemeistert habe – was bestimmt auch an meinen unglaublich sympathischen und aufgeschlossenen Kommilitonen liegt.

Einen weiteren Neuanfang stellt genau dieser Blog dar (und damit auch dieser erste Post). Im Sommer 2016 hatte ich voller Elan ebenfalls einen Blog angelegt – damals habe ich über einige Reisen geschrieben, die ich so erlebt habe, aber auch über meine Gedanken, so wie jetzt. Diesen Blog habe ich für ein paar Monate aufrecht erhalten, bis ich dann irgendwann gemerkt habe, dass ich nicht ganz so bei der Sache bin und mich schlussendlich schweren Herzens dafür entschieden habe, ihn zu löschen. Jetzt sitze ich hier, schreibe diesen Post und denke “Was für eine gute Entscheidung”. In den letzten Monaten – das ist zumindest mein Eindruck – bin ich als Person geistig wirklich gewachsen und vielleicht auch ein wenig erwachsener geworden (wobei meine Kommilitonen das bestimmt verneinen würden, nachdem wir schon ein paar mal zusammen unterwegs waren 😉 ). Damals hatte ich mir gesagt, dass ich erst wieder einen Blog anlegen würde, wenn sich der Zeitpunkt richtig anfühlt und ich kann endlich sagen: er fühlt sich extrem richtig an.

Nach den ersten zwei Wochen im Studium bin ich schon so motiviert, will schreiben, schreiben, schreiben, meine Gedanken sortieren, sie mitteilen und einfach das tun, was ich liebe. Auch wenn das jetzt kitschig klingt: ich fühle mich inspiriert. Diese Inspiration durchdringt meinen ganzen Körper und gibt mir so unglaublich viel Energie und gute Laune, was wirklich ein schönes Gefühl ist. Ich möchte kreativ sein, Spaß haben, neue Dinge lernen und alles genießen.

Wir kennen ihn alle – den berüchtigten Neuanfang. Er schleicht sich immer wieder in unser Leben ein und ich habe gelernt, dass Neuanfänge gut sind, befreiend, motivierend. Manchmal muss man sich einfach ein Herz fassen (auch nicht zu vergessen: auf sein Herz hören) und auch mal ins kalte Wasser springen, um herauszufinden, was gut ist. Lasst uns alle motiviert, begeistert, lebensfroh und inspiriert sein, denn das ist, was wirklich im Leben zählt.

 

 

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